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Fasnacht

 

Zürigugge Guggemusig Guggenmusik

Noch soooooooooo lange warten bis zum Fasnachtsbeginn am 11.11., 11:11 Uhr:


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Zuerst mal: Ja, Zürich hat eine Fasnacht!

Sogar eine Fasnacht mit Tradition! Aber….. zugegeben es ist kein Vergleich zu Rio, Köln oder Trinidad. Auch werden die Ureinwohner der Schweizer Fasnachtshoch- burgen wie Luzern oder Basel nur mitleidig lächeln, wenn ein Zürcher dieses Thema anschneidet. Es gibt viele kleine Dörfer, wo die Fasnacht einen höheren Stellenwert hat als in Zürich. Nicht verwunderlich, haben sie da, ausser der jährlichen Karton- sammlung im Herbst, kaum etwas zu bieten.

Auch auf dem Land hat die Fasnacht zum Teil schon Probleme. Auch da wird es immer schwieriger Leute zu finden, die sich für etwas engagieren oder etwas organisieren, vor Allem wenn es finanziell nicht interessant ist. Konsumieren statt engagieren! Auch auf dem Land ist es nicht mehr so wie früher und in Zürich ist es viel schneller nicht mehr so wie früher! Früher war halt Alles besser oder so!

Auch hatte und hat die Zürcher Fasnacht ein grosses Handicap: Alle Personen mit Geld, Macht und Einfluss engagieren sich nicht an und für die Fasnacht, sondern in den Zünften. Diese marschieren seit Mitte des 18. Jahrhunderts, Jahr für Jahr, in denselben Kostümen (meistens in Strumpfhosen), auf der selben Strecke zur Sechseläutenwiese und fackeln da auf dem Scheiterhaufen einen „Böögg“ ab. Das Ganze wird Jahr für Jahr von zehntausenden von Zuschauern begleitet und life im Fernsehen übertragen. Warum eigentlich? Die einzige Abwechslung ist die Reihenfolge wie die Zünfte marschieren, die Ehrengäste der Zünfte und die Zeit, die der Bögg braucht, bis im der Kopf explodiert. Also wenn man es einmal gesehen hat ………..

Und dann ist da noch die Streetparade: da können sich zigtausende mehr oder weniger kreativ und orginell verkleiden. Da gibt es alles, zwischen sexy und peinlich, ganze Familien und sonstige Gruppen laufen mit, lassen sich stundenlang die Bässe ins Hirn hämmern und finden es mega geil! Wenn nur 10% von denen an der Fasnacht auch noch mitmachen würden, sei es aktiv oder wenigstens etwas verkleidet am Abend durchs Niederdorf oder als Zuschauer am Umzug, dann hätte Zürich eine super Fasnacht. Gut, uns wäre auch lieber, wenn die Fasnacht im Sommer wäre, dann bräuchte man etwas weniger Stoff für die Kostüme.

So ist Zürich eine kleine Fasnacht für Insider geworden. Aber die haben ihren Spass, denn Zürich war nie eine sture, elitäre Fasnacht, wie z.B. in Basel oder Luzern. Wir sind offen und tolerant. Bei uns darf jeder mitmachen, auch Basler und Innerschweizer! So kommen z.B. am 11.11. etliche auswärtige Guggen nach Zürich, weil bei denen dann nichts los ist. Versuch mal als Zürcher Gugge an der Fasnacht nach Luzern zu gehen, dann würden die Eingeborenen auf dem Kappelplatz oder Weinmarkt den Scheiterhaufen für uns aufschichten.

Bei den Zürcher Guggen ist das meiste noch “Home Made”! Die Musikstücke werden selber arrangiert und nicht fertige, von Profis arrangierte Guggennoten eingekauft. Auch die Kostüme werden meist noch selbst gebastelt und nicht in Asien oder Ungarn bestellt und für die nächste Saison an eine auswärtige Gugge weiterverkauft. Die Kopfbedeckung wird selbst gebastelt und nicht von Profi Larven- oder Grindenfabriken hergestellt. Und wenn geschminkt, ist das bei uns meist individuell und nicht Massenschminken mit Spritzpistole und der selben Einheits-Schablone.

Züri-Fasnacht ist, wenn man trotzdem lacht!

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